| Der Verein | Die Geschichte | Die Künstler | Rundgang | Impressionen | Die Lage | Links | Startseite | Impressum |

Die nachfolgend aufgeführten Maler gehörten teilweise der "Scholle" an, eine Künstlervereinigung die im Jahr 1899 in München gegründet wurde. Der Name "Scholle" stammt aus einem Vers des Schriftstellers Michael Georg Conrad:

"Mußt Deine eigene Scholle beackern, die siebengescheiten Nachbarn laß gackern".


Eduard Thöny (1866 - 1950)
Fritz Erler (1868 - 1940)
Erich Erler (1870 - 1946)
Adolf Münzer (1870 - 1953)
Walter Georgi (1871 - 1924)
Matthias Gasteiger (1871 - 1934) und Anna Sophie Gasteiger (1877 - 1954)
Clara Ewald (1859 - 1948)
Paul Neu (1881 - 1940)
Kurt Kühn (1880 - 1957)
Reinhold Max Eichler (1872 - 1947)
Leopold Durm (1878 - 1918)




Eduard Thöny (1866 - 1950)

Der Simplicissimus-Zeichner erwarb 1908 in Holzhausen ein Grundstück. Als Thöny in Holzhausen ansässig wurde stand er auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Erfolges. Seine Karikaturen im Simplicissimus hatten ihm zu internationalem Ansehen und einem gewissen Wohlstand verholfen.
1950 starb Thöny 84jährig. Er liegt auf dem Friedhof der Holzhausener St.-Ulrichs-Kirche begraben.

zur Galerie >





Fritz Erler (1868 - 1940)

Geboren am 15.12.1868 in Frankenstein, Schlesien, studierte er in Breslau bei
Prof. Albrecht Bräuer. 1893 entstanden seine ersten kunstgewerblichen Entwürfe: Vasen, Glasfenster, Buchdeckel, später Möbel, Bühnen und Innendekoration.
1899 wurde er Gründungsmitglied der "Scholle".
1912 baute er sich in Holzhausen ein weiträumiges Atelierhaus, in dem viele seiner Entwürfe entstanden. Hier lebte er inmitten seiner Bilder, bis er 1940 starb. Übrig blieb ein Atelierhaus voll des Schaffens eines langen Künstlerlebens. Es brannte 1965 bis auf den Grund nieder.

zur Galerie >





Erich Erler (1870 - 1946)

Geboren am 16.12. 1870 in Frankenstein, Schlesien, begann erst spät mit der Malerei. Als
er 1901 bei der VIII. internationalen Kunstaustellung im Münchner Glaspalast erstmals als
Mitglied der Künstlervereinigung "Scholle" ausstellte, war er bereits 31 Jahre alt. Doch auch als "Späteinsteiger" gelang es ihm sich unter den zahlreichen in München lebenden Malern zu behaupten und ein national bekannter Künstler zu werden.
Das gute Fortkommen Erich Erlers als Maler spiegelte sich auch finanziell. Ende 1904/1905 baute er sich mit seinem Bruder Fritz Erler in Holzhausen ein gemeinsamen Sommeratelier. Schon kurz nach dem Einzug lernte er seine spätere Frau kennen und zog bald mit ihr in ein eigenes Haus nach Icking, wo er am 19. Juni 1946 verstarb.

zur Galerie >





Adolf Münzer (1870 - 1953)

Als Sohn eines Rechtsanwalts und Notars wurde er in Pless (Oberschlesien) am 5.12.1870 geboren.
Bekannt wurde er durch Illustrationen, Bildnisse, Gemälde, Wandbilder, Radierungen, Zeichnungen und Stilleben.
1890 ging er an die Kunstakademie in München.
1909 wurde Adolf Münzer als Professor an die Düsseldorfer Kunstakademie berufen.
1920 erhielt er den Ehrendoktor der Technischen Hochschule in Aachen.
1939 zog Münzer nach Holzhausen. Hier beschäftigte er sich unter anderem mit Vorarbeiten für Wandbilder in einem auf Rügen geplanten Bau für ein Seebad.
Im Jahr 1950 konnte er noch einmal in München ausstellen und einen Überblick seines Schaffens geben.
Am 24. Januar 1953 schloß er im Krankenhaus von Landsberg am Lech seine Augen für immer.
Von der Zeichnung, Illustration und Landschaftsstudie über Stilleben und Bildnis bis zu Darstellung von Personen der Geschichte sowie von Sagen-und Phantasiegestalten hat Münzer alle Formen der Malerei aufgegriffen und dabei die Techniken der Zeichnung, Komposition und Farbgebung vollkommen beherrscht. Er hat ein großes Werk geschaffen.

zur Galerie >





Walter Georgi (1871 - 1924)

war ein fröhlicher Maler der viele Szenen aus seinem Alltag in Holzhausen malte. Geboren wurde er am 10.April 1871 in Leipzig. Seit 1908 lehrte er als Professor in Karlsruhe.
1924 verstarb er an einer nicht erkannten Blinddarmentzündung. Sein Grab ist auf dem Holzhausener Friedhof. Die Witwe Wina Sarah Georgi blieb. Sie lebte eingesponnen in der Bilderwelt ihres Mannes in der Stille Holzhausens wo es nicht wichtig war welche Rasse oder Glauben die Großeltern hatten. Doch diese Stille zerriß; deportiert am 12. Januar 1944 verstarb sie schon Ende Januar im KZ Theresienstadt.

zur Galerie >





Matthias Gasteiger (1871 - 1934) und Anna Sophie Gasteiger (1877 - 1954)

Von 1902 an lebte das Künstlerehepaar Gasteiger hauptsächlich in Holzhausen; sie waren die ersten, die sich hier am See Land erwarben und ein Haus bauten; Holzhausen als Künstlerkolonie ist eigentlich ihre Entdeckung.
Matthias Gasteiger entstammt einer Südtiroler Bauernfamilie; er selber aber wurde 1871 in München geboren wo er Kunstakademie besuchte. Zahlreiche Münchner Brunnen wie das berühmte "Brunnenbuberl" am Stachus, der Dianabrunnen und das Reiterstandbild auf der Rennbahn in Riem sind seine Werke.
Auf der Großen Berliner Kunstaustellung bekam er schon mit 22 Jahren die Goldmedaille und war bald so angesehen, daß er in Schloß Deutenhofen bei Dachau eine Bildhauer-und Malerschule gründete. Dort lernte er seine spätere, 1877 in Leipzig geborene Frau Anna Sophie Meyer kennen, die als Blumenmalerin sehr bekannt wurde.
Der Ammersee inmitten einer herrlichen Landschaft und Holzhausen mit seinen unerschöpflichen Motivquellen war bestimmend für ihr Schaffen über fast ein halbes Jahrhundert hinweg.
Während Matthias Gasteiger schon 1934 starb, lebte Frau Gasteiger bis zu ihrem Tode 1954 mit ihrer Familie in Holzhausen.

zur Galerie >





Clara Ewald (1859 - 1948)

war verheiratet mit einem Kunsthistoriker und zog nach dessem Tod mit ihrem Sohn nach Holzhausen. Hier lebte sie bis zu ihrer Emigration am 30.10.1938.
Sie malte viel, auch auf ihren Reisen in den Süden, doch blieb nur das wenigste erhalten.
Am 15.1.1948 starb Clara Ewald in Belfast, Nordirland. Ihr Haus, das nach ihrer Flucht zeitweise Kinderheim wurde, steht heute noch relativ unverändert an der Ammerseestrasse in Holzhausen.

zur Galerie >





Paul Neu (1881 - 1940)

Der Graphiker und Illustrator Paul Neu wurde am 9. November 1881 in Neuburg an der Donau geboren. Er gehörte zu der "zweiten Welle" der Künstler, die sich nach der Jahrhundertwende in Holzhausen ein Haus gebaut haben.
Zwischen 1908 und 1918 illustrierte er zahlreiche Queri-Bücher wie z.B. der "Tapfere Columbus" erschienen 1912 beim Piper Verlag in München.
Am bekanntesten wurde Neu-einmal durch seine Tätigkeit für die Münchner Spirituosenfabrik
Anton Riemerschmid, deren Etiketten er erschuf und durch seine Zusammenarbeit mit
Walter Schmidkunz und dem Gebr. Richter´s Verlag in Erfurt: Dabei entstanden reich illustrierte Bücherl wie das "leibhaftige Liederbuch, "Waschechte Weisheiten" und die "Bauernballaden".
Am 16. März 1940 starb Paul Neu in München. Vier Jahre später ging nahezu sein gesamter Nachlass bei der Zerstörung seiner Atelierwohnung in Schwabing verloren.

zur Galerie >





Kurt Kühn (1880 - 1957)

Kurt Alexander Kühn wurde am 3.12.1880 in Dresden geboren. Für Kurt Kühn stand von Kindheit an fest, Maler zu werden und begann seine künstlerische Ausbildung in Dresden.
Ab 1902 war er an der Akademie in München eingeschrieben. In dieser Zeit begann wohl auch die Freundschaft zu Adolf Münzer und weiteren Mitgliedern der "Scholle".
Die Künstlerfreunde bauten sich ab 1903 in Holzhausen Atelier-oder Sommerhäuser.
Der Reiselustige Kühn (Paris, Nizza, Algerien) gehörte zur Richtung des "Orientalismus", jener Kunstströmung, die im 19. Jahrhundert wahre Triumphe feierte und heute fast vergessen ist.
Am 27.3.1957 starb Kurt Kühn im Alter von 77 Jahren.

zur Galerie >

Siehe auch: www.kurt-kuehn.de





Reinhold Max Eichler (1872 - 1947)

Geboren in Hubertusburg / Sachsen, gestorben in München, gehörte Eichler zum festen Stamm der Scholle-Künstler.Da er kein Haus in Holzhausen besaß, wohnte er bei seinen Besuchen meist im Gasthof Zimmermann, dem jetzigen "Sonnenhof". Er war einer der Hauptmitarbeiter der Zeitschrift "Jugend" und in seinen Bildern ist häufig die Landschaft um Holzhausen zu erkennen.

zur Galerie >





Leopold Durm (1878 - 1918)

Zunächst studierte Durm Medizin und begann erst danach mit der Malerei. Anfangs von den Scholle-Künstlern beeinflußt, schien sein Stil sich zum Monumentalen zu wandeln.
Die wenigen Bilder wurden 1918 zu einer Austellung in Brackls Kunsthaus in München zusammengeholt.
Er starb als Arzt im 1. Weltkrieg an einer im Feld geholten Krankheit
Sein Haus steht noch in der Seeholzstraße in Holzhausen.


zur Galerie >



Quelle:"Unser Dorf", herausgegeben vom Erhaltungs-und Verschönerungsverein Holzhausen am Ammersee e.V. anläßlich der 1200-Jahrfeier 1976